Das Schneeglöckchen

galanthus nivalis

lässt seinen Klang erschallen
als Verbindungsglied zwischen Winter und Frühling,
als Brücke zwischen dem trostlosen Grau, dem Harten und Kalten,

und der aufsteigenden Hoffnung,
die die Frühlingswärme schon erahnen lässt.

So tief in der Erde,
dass es ruht,
bis ein wenig Platz geschaffen ist,
ein wenig Warm genug,
um ans Tageslicht zu wollen.

Fast zaghaft,
und doch mit unendlicher Kraft,
schafft es die Anstrengung,
aus dem kalten Boden
neu zu erwachen
und hervorzuspriessen.

So zart und klein
trägt es so heftig
das neue Erwachen in sich
und symbolisiert mit seinem kleinen glockenhellen Klang,

wie machtvoll Kleines
dem Großen, Kalten trotzen kann.

Und sich emporhebt
und seinen Weg findet
aus dem Dunkel ins Hell des kommenden Frühlingslichtes.

So sei wie das Schneeglöckchen
und singe seine Lieder,

zum Trost und Trotz
vor scheinbaren Hinderungsgründen,
zum Hellen bereit,
zum Lichte emporstrebend,

so, dass Gott es in seiner Kleinheit zum Großartigen wachsen lässt.

Lass den Frühling in Dir wachsen.

Werde das Schneeglöckchen, die Brücke zwischen den Gefühlen der Jahreszeiten.

Singe das Lied, welches das Schneeglöckchen Dich singen lässt.

Erhebe Dein Herz
aus der Erde des Winters,
und sei im Zarten
rein und doch kraftvoll und mächtig.

Singe.

Das Schneeglöckchen singt mit Dir zu Gottes großem Lob.

Dalisha