Die Pusteblume

Die Pusteblume Taraxacum officinale

Kindlein zart und leicht wie der Wind so steht sie vor Dir.
Nur ein Hauchen genügt, ein Wimpernschlag zuviel und sie trennt sich von ihrer Form und zerstreut sich in den Wind.
Ein Wunderwerk an Blüte, kann man sie sehen, doch fast nicht spüren, denn im Sein will sie schon dem Himmel entgegen und die strahlenden Augen ihres Stammes begeistern die Herzen.

Soviel Zartheit und doch grenzenloser Mut gehört dazu eine Pusteblume zu sein. Denn soviel Vertrauen in Gott scheint nötig, dass kein Windhauch, keine Bewegung sie ihrer Kugelform beraubt, bis sie zu Ende entstanden ist im gewünschten und vorgegebenen Bildnis.

Pusteblume, dass darfst Du sein, fühlen wie sie, im grenzenlosen Dahingetragensein und ein Kleinod in der Gesamtheit der bunten Blumenwiese.

Vertraue wie die Pusteblume, wenn es gewünscht, dann sollst Du tragen die Einheiten deines Herzens in die Welt.
Wenn es angesagt, sollst Du öffnen den Blütenkreis, so, dass viele kleine Teilchen ihre Arbeit in der Welt der Natur verrichten können.

Die Schönheit dieser Blume mag nicht erkennbar sein, doch ihre Einzigartigkeit sofort spürbar, wenn man ihren Weg schaut von der Blüte bis zur Trennung ihrer ursprünglichen Form.

Sei wie die Pusteblume.
Glaube dem Wind, wann es Zeit ist sich zu öffnen, glaube dem Himmel, wann die Minute gekommen, sich nur noch fallen zu lassen in die Geschehnisse der Welt. Trage Deinen Blütenkelch wie die Pusteblume rund, und doch durchscheinend geöffnet und wie eine Gespielin der Zeit es sein mag, die Pusteblume.

Dalisha